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Aktuelles aus Wendessen


























































































Braunschweiger Zeitung
Wie das Spritzenhaus gerettet wurde - Neue Serie über alte Gebäude - Der Abriss war schon beschlossen, dann engagierten sich die Bürger
vom 10.07.2010
Wer durch Wolfenbüttels Ortsteile fährt, sieht historisch gewachsene Dörfer mit vielen alten ...

Wer durch Wolfenbüttels Ortsteile fährt, sieht historisch gewachsene Dörfer mit vielen alten Gebäuden. Wir berichten in einer Serie von den Geschichten, die hinter den Häusern stehen. Los geht es mit dem Spritzenhaus in Wendessen.

"Hier gibt es keine alte Schule mehr und keine alte Zuckerfabrik, aber wir haben das Spritzenhaus", sagt Ortsbürgermeister Klaus-Martin Jungkurth. Und er sagt das voller Stolz. Das kleine weiße Haus mit dem dunklen Fachwerk und dem hohen frei stehenden Schlauchturm steht im Wendesser Zentrum. Am Kirchring bildet es ein Dreieck mit der alten Kirche und dem Gut.

1874 wurde das Spritzenhaus errichtet. Damals wurden Feuerwehren offenbar immer wichtiger. Auch die Wendesser gründeten eine eigene Wehr.

Zwei Tore hat das Spritzenhaus, eines an der Giebel- und eines an der Längsseite. Klaus Martin-Jungkurth kennt die Geschichte dazu. Seit 1885 wurde in dem Gebäude neben der Feuerspritze auch der Leichenwagen untergebracht. Zum einen Tor fuhren die Wehrleute bei ihren Einsätzen hinaus, zum anderen der Wagen, der die Toten zum Friedhof brachte. Bei der Frage, hinter welchem Tor welcher Wagen geparkt wurde, muss allerdings auch Jungkurth passen.

Als Spritzenhaus wurde das Gebäude bis 1976 genutzt. Danach stand es länger Zeit leer. Vor zwölf Jahren wollte es die Stadt sogar abreißen, erzählt Jungkurth. Der Ortsrat habe damals sogar schon zugestimmt gehabt.

"Das war vor meiner Zeit als Ortsbürgermeister", betont der gebürtige Wendesser. Gemeinsam mit sieben anderen Dorfbewohnern habe er beschlossen, das Gebäude zu retten. Die acht gründeten einen Verein und brachten die Stadt anschließend sogar dazu, Geld für die Sanierung des damals etwas heruntergekommenen Gebäudes zur Verfügung zu stellen. "Wir konnten das Geld verwenden, das für den geplanten Abriss vorgesehen war", sagt Jungkurth. 20000 D-Mark seien das damals gewesen. 13500D-Mark habe außerdem die Bezirksregierung beigesteuert. Vieles hätten die Wendesser in Eigenleistung repariert und wieder in Schuss gebracht. Jungkurth: "Wir haben alles gemacht, außer die großen Ziegel aufs Dach gelegt."

Als historisches Gebäude sei das Spritzenhaus in der Zwischenzeit weitgehend anerkannt", sagt Jungkurth. Darüber, ob es erhaltenswert sei, müsse man nicht mehr diskutieren. Der Verein, der sich um das Haus kümmert, habe derzeit 50 Mitglieder. Öffentlich genutzt wird das Gebäude allerdings nur unregelmäßig. Gemeinsam mit dem Kirchbauverein veranstalte man Kinderfeste und Kaffeetafeln. "Aber es ist ein Teil der Geschichte des Dorfes", sagt Jungkurth: "Und es korrespondiert gut mit der Kirche und bildet den schönen Dorfkern."

Am Tag des offenen Denkmals am 12. September soll das Spritzenhaus geöffnet sein. Kirchbauverein und Spritzenhausverein wollen dann dort Luftaufnahmen Wendessens aus den 50er Jahren zeigen

Klaus-Martin Jungkurth steht in einem der zwei Tore des Wendesser Spritzenhauses. Früher wurden Feuerwehr-Spritze und Leichenwagen in dem Gebäude untergebracht.

Artikel & Foto: Kai-Uwe Ruf

Braunschweiger Zeitung, Wolfenbuettel: 10. Juli 2010, Wolfenbütteler Zeitung, Seite 59

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