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Aktuelles aus Wendessen





































































































































Braunschweiger Zeitung
In Wendessen wohnen die Wendesser
vom 15.01.2009
Entscheidend für Einwohner-Bezeichnung sind die Gepflogenheiten im Dorf - Ampleber statt ...

Entscheidend für Einwohner-Bezeichnung sind die Gepflogenheiten im Dorf - Ampleber statt Amplebener

WOLFENBÜTTEL. Klaus-Martin Jungkurth ist sich ganz sicher: Wendesser heißen die Menschen, die in dem Wolfenbütteler Ortsteil leben, dessen Bürgermeister er ist. Manchmal hört er das Wort Wendessener. Dann ärgert er sich. "Das ist althergebracht", argumentiert er für Wendesser.

Und er hat Recht. Zumindest hat Jungkurth die Sprachwissenschaft auf seiner Seite. "Es gibt eine Regel, und es gibt viele Ausnahmen", sagt Professor Martin Neef, Sprachwissenschaftler an der Braunschweiger TU. Die Regel sei ganz einfach: "Normalerweise wird an den Ortsnamen die Endung -er angehängt, wenn es nicht komisch klingt."
Mehr als eine Faustregel sei das aber nicht. Neef: "Die Ausnahmen findet man im Dorf." Und dort ist Jungkurth aufgewachsen. Er kennt die Gepflogenheiten.

Dialekte und Traditionen spielten bei der Bezeichnung der Einwohner eine wichtige Rolle, sagt Neef, der bereits einen Aufsatz zu dem Thema verfasst hat. Er verweist auf bekannte Beispiele: Die Einwohner Bremens heißen Bremer. Die Menschen aus Hagen nennen sich aber Hagener.

Was bei großen Städten bekannt ist, führt bei kleinen Dörfern oft zum Rätselraten. "Wir sind Kneitlinger, das ist ganz klar", sagt beispielsweise Johannes Feigel, Bürgermeister des kleinen Ortes bei Schöppenstedt. Bei der Antwort zur Frage, wie man die Menschen nennt, die im Ortsteil Ampleben wohnen, zögert er jedoch. Michael Kahl weiß es: "Ampleber sagt man, nicht Amplebener." Kahl kennt die Gepflogenheiten in seinem Dorf. Er lebt dort seit 30 Jahren.

Die Regel, die für die Einwohner gilt, kann man aber nicht ohne weiteres auf Straßennamen übertragen. In Linden beispielsweise gibt es die Wendessener Straße. "Korrekt", sagt Neef: "Das ist eigentlich ein Adjektiv." Jungkurth sagt der Straßenname trotzdem nicht zu. Und er hat schnell ein Gegenbeispiel parat: den Wendesser Berg. "Man findet diesen Namen auch auf sehr alten Karten", argumentiert er.
Über einen Kamm scheren kann man die Namen für die Einwohner der Dörfer im Kreis ganz sicher nicht. "Es gibt kein System", sagt Neef. Wer künftig schwankt, beispielsweise zwischen Samplebener und Sampleber, der zieht am besten los und spricht mit den Einheimischen. Dann wird er es bald wissen.

Die Straße in Linden heißt Wendessener Straße. Die Einwohner des Ortes Wendessen sind allerdings Wendesser.

Von Kai-Uwe Ruf

Braunschweiger Zeitung, Wolfenbuettel, 15. Januar 2009, Seite 35

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